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Stellungnahme Biofeedback

Warum Biofeedback nicht gleich Biofeedback ist

- und was für ein erfolgreiches Biofeedback Heimtraining zu beachten ist

In den letzten Jahren erfreut sich die Biofeedbacktherapie wachsender öffentlicher Wahrnehmung und findet in immer mehr Behandlungskonzepte Einzug. Wesentlichen Anteil an der größeren Öffentlichkeitswirkung hat dabei der Teilbereich des Neurofeedbacks. Dies vor allem mit seinen Erfolgen bei der Behandlung von ADS und ADHS, welche für die Medien gut aufzubereiten und für eine regelmäßige Berichterstattung „spektakulär“ genug sind.

Insgesamt ist die Biofeedbacktherapie in vielen Bereichen seit langem wissenschaftlich untersucht und bestätigt. Auffallend erfolgreiche Bereiche der Biofeedbacktherapie sind z.B. Schlafstörungen - zu denen auch nächtliches Zähnepressen oder -knirschen (allgemein als nocturner Bruxismus bezeichnet) gehören - oder die sogenannte Stress-Harninkontinenz mit Erfolgsquoten von 80 bis 85% bei einem dreimonatigen Biofeedbacktraining. Die Biofeedbacktherapie bei Kopfschmerz vom Spannungstyp wird von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft sogar als wirksamste nicht-medikamentöse Therapieform bezeichnet.

All das ist sehr erfreulich. Zugleich begleiten den Erfolg der Biofeedbacktherapie als Methode der Verhaltensmedizin auch weniger erfreuliche Aspekte. So tauchen immer wieder Produkte auf, die mit dem Label „Biofeedback“ versehen werden, um so einen besseren Absatz zu generieren. Häufig beschränkt sich jedoch die Anwendbarkeit des Biofeedbackbegriffs auf die rein technische Möglichkeit, physiologische Parameter - z.B. Hautleitwert oder Muskelanspannung (EMG) – zurück zu melden. Derart vereinfacht betrachtet ist jedes Messinstrument, das körperliche Prozesse misst und abbildet bereits ein Biofeedbackgerät – beispielsweise das jedermann bekannte EKG aus der hausärztlichen Praxis.

Solche Vermarktungsstrategien beinhalten die Möglichkeit zum Missverständnis – vor allem seitens der Betroffenen und Patienten. Dies insbesondere, wenn dem Anwender zusätzlich suggeriert wird, sein Problem bzw. seine Krankheit erledige sich durch das bloße Vorhandensein einer technischen Rückmeldung seiner Körperprozesse von allein. Das versteckte, jedoch in seiner Falschheit fatale Versprechen lautet: Der Patient wird ohne eigenes Zutun gesund gemacht.
Es ist nicht verwunderlich, wenn der Patient bei ausbleibendem Erfolg letztlich negative Rückschlüsse auf die Methode der Biofeedbacktherapie zieht. Und dies, obwohl er paradoxerweise gar nicht erst in den Genuss einer Biofeedbacktherapie gekommen ist. Damit ergibt sich unweigerlich die unmittelbare Gefahr, dass eine erfolgreiche Therapieform in Ihrem guten Ruf beschädigt wird.

Ein Biofeedbackgerät allein zu nutzen, also die reine Nutzung der technischen Vorrichtungen eines Gerätes zur Rückmeldung von physiologischen Prozessen ist für eine indikationsbezogene Anwendung – beispielsweise Zähneknirschen oder Zähnepressen, Kopfschmerz vom Spannungstyp, Schulter-Nacken-Beschwerden oder ähnlichem - wenig bis gar nicht erfolgversprechend. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback (DGBfb e.V.), Dipl.-Psych. Lothar Niepoth, drückt es in einem Video treffend aus: „Wenn ein Gerät gleichzeitig misst und heilt, dann sollte man die Finger davon lassen.“

Das Biofeedbackgerät als technische Apparatur bildet zweifelsfrei die Grundlage für jede Biofeedbacktherapie und muss auch entsprechend hochwertig sein. Die eigentlichen Effekte und damit der Erfolg der Biofeedbacktherapie ergeben sich jedoch aus dem mittels dieser Apparatur durchführbaren Training und der so ermöglichten operanten Konditionierung und der wiederum hieraus resultierenden Fähigkeit des Patienten, seine (psycho)physiologischen Prozesse bewusst, gezielt und kontrolliert selbst beeinflussen zu lernen und steuern zu können.
Unerlässlich sind dafür die klassischen, übenden Komponenten der Biofeedbacktherapie – beispielsweise bei Beschwerden, bei denen muskuläre Defizite eine Rollen spielen, die Schulung der graduellen Wahrnehmung der eigenen Muskelanspannung. Dies ist bei Zähnepressen und -knirschen ebenso der Fall, wie bei Spannungskopfschmerz, Schulter-Nacken-Schmerz oder CMD. Nicht selten greifen diese Beschwerdebilder deutlich ineinander.

Um den Einsatz eines Biofeedbackgerätes sinnvoll und vor allem erfolgversprechend zu gestalten, muss das Gerät Bestandteil einer Biofeedbackanwendung sein. Je nach Indikation und sofern lokal verfügbar, ist es sinnvoll, das Biofeedback-Heimtraining begleitend zu einer laufenden therapeutischen Behandlung oder im Anschluss daran durchzuführen. Für das Heimtraining bedeutet dies, dass neben fundiertem und zugleich leicht verständlichem und patientenfreundlichem Schulungsmaterial zur Inbetriebnahme und zum Übungsablauf unbedingt auch die Begleitung der Therapie durch kompetentes Personal - z.B. einen Biofeedbacktherapeuten - sichergestellt sein muss.

Bereits vor dem eigentlichen Biofeedback-Heimtraining sollte der spätere Heimanwender im Sinne einer adäquaten Patientenedukation für seine aktive Rolle bei der Biofeedbacktherapie sensibilisiert und die Möglichkeiten seines Trainings mit ihm besprochen werden. Dies kann z.B. in einer vorbereitenden Erstberatung erfolgen. Zu Beginn der Heimanwendung müssen die korrekte Handhabung sowie vor allem die für die spezielle Patientensituation richtigen Geräteeinstellungen überprüft und ggf. individuell angepasst werden (zum Beispiel ggf. abweichende Schwellwerteinstellungen bei der Anwendung gegen Bruxismus mit oder ohne Aufbissschiene).

Auch die Auswahl speziell geeigneter Biofeedbackübungen aus den Therapieunterlagen sollte immer auf die jeweilige Patientensituation ausgerichtet sein. Schließlich sollten in regelmäßigen Abständen erzielte Verbesserungen und Anpassungen des Biofeedbacktrainingsprogramms mit dem Heimanwender besprochen werden.

Aus diesem Grund erhalten Sie bei Staeb Medical Biofeedbackgeräte, mit denen ein aktives Biofeedbacktraining möglich ist: Eingebunden in unsere Komplett-Pakete Komfort und Platinum mit qualifizierter Begleitung für ein effektives und erfolgversprechendes Biofeedbacktraining.

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